Nonfiktionale Zwischenspiel 2020


Fr, 2. Oktober, 19.30 Uhr


D 2020, 92 Minuten,

Regie: Yulia Lokshina
Bildgestaltung: Zeno Legner,
Lilli Pongratz
Montage: Urte Alfs, Yulia Lokshina
Produktion: wirFILM, HFF München


Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück kämpfen osteuropäische Leiharbeiter*innen des größten deutschen Schweineschlachtbetriebs ums Überleben, unterstützt von Aktivist*innen, die sich für deren Rechte einsetzen. Zur gleichen Zeit proben Münchener Gymnasiast*innen das Brecht-Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ — das sich schon 1931 mit Marktmacht und Ausbeutung beschäftigte — und reflektieren über hiesige Wirtschaftsstrukturen sowie ihr Verhältnis dazu. Verwoben mit der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Text erzählt der Film in unterschiedlichen Fragmenten über den Zustand der Arbeit und Fragen der Moral, wo offene Landes- und Marktgrenzen für die einen Gefahr und für die anderen Kapital bedeuten.

in Anwesenheit der Produzentin Isabelle Bertolone

Trailer zum Film


Preise:
Bester Dokumentarfilm, Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken 2020; Megaherz Student Award, DOK.fest MÜNCHEN 2020

Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen? Wie fühlt es sich an, wenn man in Deutschland als Fremder ankommt? Fünf Menschen unterschiedlichen Alters erzählen in Warum ich hier bin, weshalb sie als Kinder ihr Zuhause aufgegeben haben und wie es für sie war, hier ganz neu anzufangen: Leila aus Bosnien, Cacau aus Brasilien, Frau Schiller aus Ostpreußen, Lena aus Japan und Ahmad aus Syrien. So unterschiedlich die Gründe für eine Flucht oder das Verlassen der eigenen Heimat auch waren, so sind ihre Erfahrungen und Herausforderungen einander aber dennoch oftmals erstaunlich ähnlich. Animierte Sequenzen machen die Erzählungen lebendig und so für Kinder nachvollziehbar.

in Anwesenheit der Regisseurin Susanne Mi-Son Quester

Trailer zum Film


Preise:
Prädikat wertvoll

Erika und Tine sind 81 Jahre alt und seit 40 Jahren ein Paar. Zusammen leben und arbeiten sie auf dem Kunsthof Lietzen in Brandenburg – und blicken auf ein bewegtes Stück gemeinsame Geschichte zurück. Mit ihrer Neugier und Offenheit stellen Erika und Tine alles in Frage, das Vergangene wie auch das Bestehende. Therese Koppes vielschichtiges dokumentarisches Porträt ist ein Film über das Leben, die Kunst und selbst geschaffene Freiräume in der DDR, über Liebe im Alter und die Frage, wie man sich und seinen Idealen treu bleiben kann.

in Anwesenheit der Regisseurin

Trailer zum Film


Preise:
Lobende Erwähnung des VER.Di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness. DOK Leipzig 2019; Publikumspreis der Rheinischen Post, Duisburger Filmwoche 2019

Mit Walchensee Forever erzählt Janna Ji Wonders auf eindrucksvolle Weise die Geschichte ihrer Familie, die ein ganzes Jahrhundert umspannt. Im Fokus stehen insbesondere die Frauen, von denen jede auf ihre Weise den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit trotzt. Der Weg führt vom Familiencafé am bayerischen Walchensee über Mexiko nach San Francisco zum „Summer of Love“, zu indischen Ashrams, einem Harem und immer wieder zurück an den Walchensee. Entstanden ist eine aufregende Entdeckungsreise, die einen außergewöhnlichen Blick auf mehrere Generationen gewährt. Es geht um Identität, Heimat und Selbstverwirklichung – und letztlich um Liebe, Leben und Tod.

in Anwesenheit der Regisseurin

Trailer zum Film


Preise:
Kompass-Perspektive Preis, Berlinale 2020; Bester Dokumentarfilm, Bayerischer Filmpreis 2020; Deutscher Kamerapreis 2020, Kategorie Schnitt; Nominierung Deutscher Dokumentarfilmpreis 2020